Schweizer Filme neu entdecken
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Schweizer Filme neu entdecken

10. Mai 1940 ist der Tag der Mobilmachung. Ein von der Gestapo verfolgter Deutscher flüchtet in die Schweiz und erlebt ein tief verunsichertes Land.

Erhältlich auf

Filminformationen

Originaltitel

  • Der 10. Mai – Angst vor der Gewalt

Jahr

  • 1957

Dauer (Minuten)

  • 86

Genre

  • Spielfilm

Originalsprache

  • Schweizerdeutsch

Untertitel

  • Deutsch
  • Französisch
  • Italienisch

Stabangaben

Regie

  • Franz Schnyder

Drehbuch

  • Wilhelm Michael Treichlinger
  • Arnold Kübler
  • Franz Schnyder

Besetzung

  • Linda Geiser
  • Heinz Reincke
  • Therese Giehse
  • Hermann Wlach
  • Emil Hegetschwiler
  • Heinrich Gretler
  • Max Haufler
  • Gustav Knuth
  • Walter Roderer
  • Fred Tanner
  • Yvette Perrin
  • Hans Gaugler
  • Alfred Rasser
  • Freddy Scheim
  • Hans Trommer
  • Max Werner Lenz
  • Paulette Dubost

Kamera

  • Konstantin Irmen-Tschet

Produktion

  • Neue Film AG

Montage

  • Hans Heinrich Egger

Musik

  • Robert Blum

Angaben zur Digitalisierung

Digitalisierungsjahr

  • 2010

Digitalisiert durch

  • Cinémathèque suisse
  • SRF Schweizer Radio und Fernsehen

in Zusammenarbeit mit

  • On Line Video 46, Zürich
  • Tonstudios Z, Zürich

mit der Unterstützung von

  • Memoriav

Auszeichnungen und Festivals

1958

  • Eröffnungsfilm Berlinale

Empfohlen von

Margrit Tröhler über «Der 10. Mai»

Gedreht in der Zeit des Kalten Krieges und des Wirtschaftswunders und sozusagen parallel zum Ungarn-Aufstand hat mich diese dezidiert kritische und eigenständige Arbeit Schnyders beeindruckt, weil sie in der Schweizer Filmlandschaft der 50er-Jahre ein Einzelfall ist. Der Film spielt am Tag der Mobilmachung des 10. Mai 1940 und in der darauffolgenden Nacht. In dem Irrlauf des politischen Flüchtlings, der am frühen Morgen von Deutschland her den Rhein durchquert und schliesslich nach Zürich gelangt, wo eine Bekannte aus Jugendzeiten ihm helfen will, spiegelt sich ein Kaleidoskop von Geschichten und Situationen, das die Stimmungslage der Nation anschaulich macht. Für mich schafft der Film eine äusserst dichte Atmosphäre und zwar filmisch – in seiner kontrastreichen Schwarz-Weiss-Ästhetik zwischen neorealistischer und film-noir-Anmutung – wie politisch: Panische Massenflucht per Zug oder Auto, Aufruhr und militärische Präsenz in den Strassen bilden das historische Dekor für die individuellen Haltungen von Hilfsbereitschaft, Pazifismus, aber auch Feigheit, Egoismus, Misstrauen, latentem Denunziantentum und für die Angst des jüdischen Ehepaars Herz, abgeholt zu werden.

Obwohl mit einem Ensemble beachtlicher SchauspielerInnen gedreht und von der Kritik im In- und Ausland gewürdigt, kam der Film beim Publikum nicht an, was viel über die 50er-Jahre aussagt.

Extras & Downloads

Downloads

Drehbuch «Der 10. Mai» (pdf)