Schweizer Filme neu entdecken
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Seit vielen Jahren arbeitet der Knecht Pipe auf demselben Bauernhof. Mit seiner ersten Altersrente kauft er sich ein Moped. Die Bauernfamilie ist in Aufruhr, aber Pipe lässt sich seine neu gewonnene Freiheit nicht nehmen.

Erhältlich auf

Filminformationen

Originaltitel

  • Les petites fugues

Jahr

  • 1979

Dauer (Minuten)

  • 138

Originalsprache

  • Französisch

Genre

  • Spielfilm

Stabangaben

Regie

  • Yves Yersin

Drehbuch

  • Yves Yersin
  • Claude Muret

Besetzung

  • Michel Robin
  • Fabienne Barraud
  • Dore De Rosa
  • Fred Personne
  • Mista Préchac
  • Laurent Sandoz
  • Nicole Vauthier
  • Léo Maillard

Kamera

  • Robert Alazraki

Produktion

  • Film et Vidéo Productions Lausanne

Montage

  • Yves Yersin
  • Marianne Monnier

Ton

  • Luc Yersin
  • Laurent Barbey

Musik

  • Léon Francioli
  • Guillermo Villegas
  • Jean-François Farjon

Angaben zur Digitalisierung

Digitalisierungsjahr

  • 2006

Digitalisiert durch

  • Film et Vidéo Productions Lausanne

Auszeichnungen und Festivals

1997

  • Festival du film de Genève: Stars de Demain

1981

  • Gilde Deutscher Filmkunsttheater: Silberner Gilde-Filmpreis

1979

  • Locarno Film Festival: Preis der Ökumenischen Jury für Yves Yersin, Bronzener Leopard für Michel Robin

Empfohlen von

Cristina Trezzini über «Les petites fugues»

Auch heute noch ist es unmöglich, Pipe, den legendären Protagonisten der «petites fugues» nicht zu lieben. Im Rentenalter angekommen, entscheidet er sich, gegen die Monotonie seines Lebens zu rebellieren. Sein Leben lang war er als Landarbeiter auf einem Bauernhof im Kanton Waadt beschäftigt. Nun kauft er sich ein Motorrad, um sich die Freiheit zu verschaffen, die er nie hatte. Unvergesslich ist die Szene, in der er lernt, sein neues Gefährt zu bedienen – mit Hut, weissem Hemd, Krawatte und der Hilfe eines italienischen Tagelöhners. Die Geschichte des Films ist von wahren Tatsachen inspiriert. Für die Interpretation des Pipe wurde der französische Schauspieler Michel Robin am Locarno Festival mit einem Preis ausgezeichnet.

Mit seiner naturalistischen und universellen Sprache hat der Film in allen Schweizer Sprachregionen sofort die Gunst des Publikums gewonnen und diese trotz seiner ungewöhnlichen Langsamkeit über die Jahre erhalten. Die gemächliche Erzählfluss und die langen Einstellungen schaffen und erweitern den Raum für Pipes Träume von Aufbruch, Selbstständigkeit und Revolte und erzählen von der Welt, in der er lebt. Es liegt am Zuschauer, sein Denken und Sehen ebenfalls zu verlangsamen. Ohne hochtrabende Dialoge und mit sehr zurückhaltendem Einsatz von Musik bietet uns Yves Yersin (in seinem einzigen Spielfilm) ein reichhaltiges Kondensat an bittersüsser Poesie, das in seiner Aussage noch heute von Relevanz ist: Es ist nie zu spät, den eigenen Horizont zu erweitern und sich, wenn auch nur mental, kleine freudige Momente der Emanzipation und Freiheit zu erlauben.

Der Qualität des tiefgründigen und sensiblen Blicks von Yves Yersin (er gehörte mit Alain Tanner, Michel Soutter, Claude Goretta und Jean-Louis Roy zur Gruppe 5) ist es verdanken, dass ein einfacher «faits divers» zu einer der erfolgreichsten Geschichten im Schweizer Film wurde.

Extras & Downloads

Downloads

Interview Yves Yersin / Claude Muret (pdf)

Drehbuch «Les petites fugues» (pdf)