Schweizer Filme neu entdecken
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Weil ihr Mann im Gefängnis sitzt, reist die junge, gutgläubige Leni vom Land nach Zürich. Sie sucht ihre Schwester Anni, die im noblen Café Odeon anschafft. Aus Geldnot gerät Leni in eine ausweglose Situation.

Erhältlich auf

Filminformationen

Originaltitel

  • Café Odeon

Jahr

  • 1958 / 1959

Dauer (Minuten)

  • 105

Originalsprache

  • Schweizerdeutsch

Genre

  • Spielfilm

Regie

  • Kurt Früh

Drehbuch

  • Kurt Früh

Besetzung

  • Emil Hegetschweiler
  • Margrit Winter
  • Sylvia Frank
  • Blanche Aubry
  • Erwin Kohlund
  • Eva Langraf
  • Hans Gaugler
  • Ursula von Wiese

Kamera

  • Georges C. Stilly

Produktion

  • Gloriafilm AG, Zürich

Montage

  • René Martinet

Ton

  • Paul Wartmann

Musik

  • Walter Baumgartner

Angaben zur Digitalisierung

Digitalisierungsjahr

  • 2003 / 2019

Digitalisiert durch

  • Cinémathèque suisse, Lausanne
  • SRF Schweizer Radio und Fernsehen, Zürich
  • filmo – Verein CH.Film, Solothurn (2019)

in Zusammenarbeit mit

  • On Line Video 46, Zürich
  • tpc zürich ag, Zürich
  • RoDo Works, Zürich (2019)

mit der Unterstützung von

  • Memoriav, Bern (2003)

Empfohlen von

Marcy Goldberg über «Café Odeon»

Während ihr Mann im Dorfgefängnis sitzt, flieht die unbedarfte Leni nach Zürich, um endlich einmal «etwas vom Leben» zu haben. Im schicken Café Odeon findet sie ihre Schwester Anni, die ein scheinbar glückliches Leben als Edelprostituierte führt. Aus Mangel an anderen Perspektiven macht auch Leni erste Schritte ins Rotlichtmilieu. Unter den wachen Augen des Oberkellner Walter nimmt das Drama aber eine andere Wendung – bis hin zum überraschenden Happyend.

«Café Odeon» fiel damals bei Kritik und Publikum durch, auch der Regisseur betrachtete ihn als misslungen. Doch aus heutiger Sicht wirkt Kurt Frühs Mischung aus Milieustudie und Melodrama bahnbrechend. Im Gegensatz zu Frühs urbanen Heimatfilmen wie etwa «Bäckerei Zürrer» oder «Hinter den sieben Gleisen» wirkt hier die Stadt Zürich – vor allem in den eleganten Nachtaufnahmen – als weltoffene «kleine Grossstadt». Dazu ist die Darstellung des Alltagslebens im Kaffeehaus-Umfeld von Frühs unverkennbaren kritischen Humanismus geprägt. Passend auch, dass das Thema Prostitution unaufgeregt behandelt wird, und dass der Wunsch nach Selbstbestimmung sowohl bei den weiblichen wie auch bei den männlichen Figuren im Zentrum steht.

Wusstest du, dass …

... «Café Odeon» aus dem Jahr 1959 in sechs Kantonen verboten wurde? Für die Kantone Luzern, Schwyz, Ob- und Nidwalden, Wallis und Waadt war der Film zu sittenwidrig für die Kinos.

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